Teilnehmerinnen und Dozentin des Trainings "Angewandte Verhaltensanalyse in der Therapie von Autismus"

Training für Uplift-Mütter und Mitarbeiter von Waisenheimen

Im Januar 2018 nahmen Uplift-Mütter sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von vier Waisenheimen für Kinder mit speziellen Bedürfnissen in Kirgistan an einem zwanzigstündigen Training für Angewandte Verhaltensanalyse (engl.: Applied Behavior Analysis - ABA) teil, die bei der Therapie von Autismus zum Einsatz kommt. Durchgeführt wurde dieses Training von unserer Partnerorganisation "Hand in Hand" (russ.: Рука в Руке), die Kinder mit Autismus und ihre Familien unterstützt. 

Obwohl Autismus öfter auftritt, haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von kirgisischen Waisenheimen nur selten Erfahrung im Umgang mit dieser speziellen Entwicklungsstörung und kennen die Diagnosemöglichkeiten nicht. 

Das ABA-Training qualifiziert in einem ersten Schritt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Hinblick auf den Umgang mit Autismus und trägt im zweiten Schritt zu sichereren und komfortableren Lebensbedingungen unserer Schützlinge in den Waisenheimen bei. 

Wir bedanken uns bei den Trainern von "Hand in Hand" für diesen so wichtigen professionellen Input!

Eltern demonstrieren in Bischkek für die bessere Versorgung ihrer Kinder mit speziellen Bedürfnissen

Liebe Freundinnen und Freunde von Uplift,

das Jahr 2017 war wieder einmal ein typisches Uplift-Jahr: „voll und intensiv“. Also gar nichts Besonderes. Oder doch?

Wir hatten Geburtstag. Offiziell gibt es den grünen Drachen nun 10 Jahre, gefühlt mindestens zehn Leben.

10 Jahre – das war ein Grund zum Feiern und ist jetzt ein Moment zum Innehalten und Durchatmen mit Vorfreude auf einen besinnlichen Jahresausklang.

Uplift-Aufwind 2017 – was war in diesem Jahr wichtig?

Passend zum Jubiläumsjahr bekommen wir Anfragen von engagierten Organisationen aus anderen Regionen der Welt. Das sind Fachleute, die sich für das Uplift-Konzept, unsere Kunst der Interventionen, interessieren und es auf ihre Herausforderungen übertragen möchten. Das ist uns eine besondere Ehre, denn so war und ist Uplift gedacht: Wir in unserer „Uplift-Werkstatt“ machen die Blaupausen, und die sollen mit dem Grünen Drachen ihre Kreise ziehen – ganz nach Drachenart. In Kirgistan und von Kirgistan aus dahin, wo unsere Kunst der Intervention gebraucht wird.

Dank Ihrer und Eurer Mithilfe konnten wir so viel Umsetzen und Durchsetzen, von dem wir vor 10 Jahren noch nicht einmal zu träumen wagten.

An dieser Stelle machen wir weiter. Jeder einzelne Spendenbeitrag ist hier wichtig. Vielen Dank dafür!

In diesem Sinne wünschen wir allen Unterstützerinnen und Unterstützern vom Grünen Drachen frohe Feste und ein wunderbares Jahr 2018

Ihr und Euer Uplift-Team Bischkek, Berlin, Basel, St. Barbara 

Unsere persönlichen Highlights 2017

Tina Naubert aus Münster, Spenderin und Unterstützerin

„Mein Highlight 2017 war eine Einzelfallhilfe. Das Mädchen Aibike, das hier in Deutschland zum zweiten Mal von Dr. Brosche über Interplast e. V. behandelt werden konnte. Hier geht es um ein sehr schwieriges Unterfangen, den Aufbau einer Nase. Welch ein Glück und was für eine Unterstützung auf dem Weg zurück in ein „normales“ Leben! Mit der besonderen Geschichte dieses Mädchens wird mir als Spenderin ganz konkret deutlich, was Uplift alles bewegt.“ 

Burul Schamyrkanova, Leitern des Bereichs Selbsthilfe im ländlichen Raum

„Mein Highlight für 2017 ist Selbstständigkeit. Wir haben die bedürftigen Eltern und Kinder auf die Beine gebracht, in vielerlei Hinsicht. Ich erlebe, dass immer mehr von uns begleitete Leute Verantwortung übernehmen und Aufgaben, die Uplift früher leisten musste, jetzt schon eigenverantwortlich organisieren. In der Uplift-Schule, in der Selbsthilfegruppe und auch bei den Nothilfe-Einsätzen.

Das ist toll und entlastet uns. Außerdem haben wir echte Multiplikatoren aufgebaut. Zum Beispiel Samira. Früher war sie Uplift-Mutter und hat im Heim gearbeitet. Heute ist sie Uplift-Multplikatorin und als Physiotherapeutin zwischen dem Kinderheim, der Selbsthilfegruppe und dem Kindergarten unterwegs. Sie hilft den Kindern und leitet Eltern und Heimpersonal in der Therapie an. Das ist ein riesiger Fortschritt, den wir 2017 geschafft haben.“ 

Natalia Yasenko, Leiterin des Bildungsbereichs bei Uplift

„Die wichtigsten Sachen in 2017 waren für mich der Abschluss des Bobath Kurses und unser Kartenworkshop. Der Bobath-Kurs war unsere erste Fortbildung dieser Art, und ich persönlich habe viel Mühe investiert. Es war sehr wichtig für mich, diese Arbeit gut zu machen. Und deshalb war der Abschluss der zweijährigen Arbeit ein besonderes Ereignis für mich.

Das andere Highlight war der Karten-Workshop für Mütter von behinderten Kindern. Wir haben nicht erwartet, dass es so viel Erfolg bringt. Und daran freue ich mich besonders.“ 

Nazgul Suleimanova, Leitung Kirgistan

„Ein Highlight von 2017 ist schwer zu benennen. Wir haben viel gemacht und geschafft. Mein Highlight ist der Abschluss unseres großen Projektes ‚Give a cow‘.

In diesem Rahmen haben wir nicht nur 111 Kühe für bedürftige Familien mit behinderten und kranken Kindern im ländlichen Raum gekauft, sondern diese Familien auch beraten, die staatlichen Stellen involviert und die Gesellschaft in vielerlei Hinsicht auf die Thematik aufmerksam gemacht. Diese Familien bekommen über Uplift medizinische, therapeutische Hilfen und werden in Maßnahmen integriert, die sie nachhaltig stärken.“ 

Ute List, Vorstand und Schatzmeisterin

„Das Konzept, was Uplift seit 10 Jahren verfolgt, trägt deutlich immer mehr Früchte. Wir helfen den Kindern auf unterschiedlichsten Ebenen, nachhaltig, für ein besseres Leben und eine Perspektive in der Zukunft. Wir bilden die Frauen vor Ort dafür zu Fachkräften aus.

Wir erreichen aber auch die Eltern und Familien, die ihr tägliches Leben meistern müssen.

In diesem Zusammenhang hat mich das außerordentliche Engagement aller Helfer zur Bereitstellung von Heu für die Tiere und Kohle für den bevorstehenden harten Winter beeindruckt. Von der Idee bis zur Umsetzung war das kein einfacher Weg, der nur durch den sehr hohen Einsatz der Frauen vor Ort möglich war. 

Die Initiative der Frauen zur gegenseitigen Hilfe, im Interesse der Kinder, ist nicht selbstverständlich und zeigt großes solidarisches Handeln. Und ich bin sehr stark beeindruckt von der Arbeit der ehrenamtlichen Ausbilder und Fachkräfte, die aus vielen Ländern kamen und hervorragende Arbeit leisteten.”

Maren Ernst, Uplift-Initiatorin und Vorstand

Mein Highlight 2017 ist die Momentaufnahme oben. Sie zeigt Eltern aus der Uplift-Selbsthilfe-Gruppe von Eltern mit behinderten und chronisch kranken Kindern aus Tokmok, mit denen wir schon viele Jahre arbeiten. 

Wenn ich dieses Bild anschaue, denke und fühle ich: „Ja und nochmal ja!“ Die Familien hier protestieren (!) auf den Straßen der Hauptstadt zusammen mit anderen Betroffenen und fordern konkret staatliche Unterstützung, damit sie ihre Kinder zu Hause groß werden lassen können, statt sie aus lauter Not in ein Kinderheim bringen zu müssen. Es gibt noch viel zu tun, aber die Zeit des Schweigens ist zuende, und das macht mich wirklich froh.

Uplift-Winterhilfe gestartet

Der Preis für Heizkohle hat sich 2017 in Kirgistan mehr als verdoppelt. Das bedeutet, dass unsere Uplift-Familien im ländlichen Raum dringend Unterstützung brauchen. Deshalb haben wir jetzt mit unserer Winterhilfe begonnen, von der 60 bedürftige Familien profitieren. Das kann z.B. eine Heizkohle-Lieferung sein (siehe Bild).

Wir freuen uns über jede Spende, die uns bei dieser Arbeit unterstützt! 

"Die Flügel der Menschen“ von Aktan Arym Kubat

Kirgisistans bekanntester und mit zahllosen internationalen Preisen ausgezeichneter Regisseur Aktan Arym Kubat kehrt nach „Der Dieb des Lichts“ mit einem neuen Film voll märchenhafter Dichte und Direktheit zurück: Die Flügel der Menschen. Mit Bildern, die uns weit in den Himmel und die wilde Landschaft eintauchen lassen, erzählt DER ZENTAUR sehr gefühlvoll von der Distanz, die sich zwischen die Gegenwart und die Zeit der Mythen geschlichen hat.

Die Premiere in Berlin in Anwesenheit des Regisseurs Aktan Arym Kubat findet am 16. Dezember 2017, um 12 Uhr, im Hackesche Höfe Kino statt.

Weitere Premierendaten sind:

  • 13. Dezember, 19 Uhr, Passage, Leipzig
  • 13. Dezember, 20.30 Uhr, Luchs, Halle
  • 14. Dezember, 20.15 Uhr, Abaton, Hamburg
  • 15. Dezember, 19.30 Uhr, Programmkino Ost, Dresden
  • 16. Dezember, 15.00 Uhr, Thalia, Potsdam

Zum Inhalt des Films

Hoch oben in den Bergregionen Kirgisistans geht ein Pferdedieb um. Auf die edelsten Tiere hat er es abgesehen, die den Oligarchen die liebsten Statussymbole sind. Doch dem Pferdedieb geht es nicht um Geld. Er reitet die Tiere in die Freiheit und entlässt sie in die offenen Täler des Alatau-Gebirges – bis sie dort unweigerlich von ihren Besitzern wieder aufgegriffen werden. Zentaur heißt der Pferdedieb, der mit seiner Frau und seinem Sohn in einem kleinen Dorf lebt, in dem es außer dem Gerede der Dorfbewohner nicht mehr viel gibt. Nur sein altes Kino, das heute als Moschee genutzt wird, erinnert noch an die Zeit, als hier Filme aus Russland und Bollywood von einer anderen Welt erzählten. Zentaur sieht mit Sorge, wie sich die Zeiten geändert haben – die Pferde, einst untrennbar mit der Identität und der Freiheit der Kirgisen verwoben, sind heute eine Ware, von menschlicher Profitgier in einen Stall verbannt. Doch die Oligarchen haben Macht und wollen sich nicht länger auf der Nase herumtanzen lassen. Und so wird der Kleinkriminelle Karabay beauftragt, den Dieb zu fangen und auszuliefern.

Den Link zum Trailer finden Sie auf Youtube: Die Flügel des Menschen 

Wissen multiplizieren: Logotherapie

Und weiter geht es! Im Rahmen unseres Programms Wissen multiplizieren setzen wir unsere Arbeit zur Ausbildung von Multiplikatoren fort. Diesmal geht es um Logotherapie.

Am 27. November begann das erste Modul des Trainings zur aktiven Entwicklung der Sprachfähigkeiten von Kindern mit besonderen Bedürfnissen mit einem Fokus auf die Entwicklung von Kommunikation und die Grundfunktionen Atmen, Kauen, Saugen, Schlucken.

An diesem Logotherapie-Training nehmen 20 Spezialisten teil. Das sind Logopäden, Ärzte und Uplift-Mütter aus verschiedenen Institutionen der Republik Kirgistan.

Das Training wird aus 4 Modulen bestehen und über 2 Jahre stattfinden.

Wir danken unseren Experten Carolina König und Ricardo Müller für ihren Beitrag!

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