Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Physiotherapie-Trainings

Im Oktober 2017 wurde das vierte und damit letzte Modul des Physiotherapie-Trainings Zur aktiven Entwicklung körperlicher Fähigkeiten für Kinder mit besonderen Bedürfnissen mit Aspekten der Bobath-Therapie erfolgreich abgeschlossen. Die Ausbildung fand über zwei Jahre in Kooperation mit dem Ausbildungszentrum des Nationalen Zentrums für Mutter- und Kinderschutz statt, dem zentralen Krankenhaus, in dem Kinder aus ganz Kirgistan untersucht und behandelt werden. Das Physiotherapie-Training kombinierte sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Übungen.

Die Fortbildungsmaßnahmen absolvierten 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen staatlichen Institutionen Kirgistans: Dies sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von staatlichen medizinischen Einrichtungen und Rehabilitationseinrichtungen, die mit Kindern mit Behinderungen arbeiten, sowie Uplift-Mütter aus drei staatlichen Kinderheimen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehen mit dem neuen Wissen zurück in ihre Einrichtungen. Wir sind uns sicher, dass sie ein Beispiel und Quelle dieses neuerworbenen Wissens für ihre Kollegen sowie für die Eltern von behinderten Kindern sein werden. So werden nach und nach neue Methoden und Ansätze in der gesamten Republik verbreitet.

Wir setzen die Weiterbildung von Multiplikatoren fort, nicht nur im Bereich der Physiotherapie. Ende November starten wir eine weitere Fortbildung im Bereich der Logotherapie.

Von ganzem Herzen danken wir unseren Expertinnen Karla Schriel-Pohlman und Heike Dam-Lewandrowski für die außergewöhnliche Initiative und ihren unschätzbar wertvollen Beitrag!

Feedback von Aigul, Uplift-Mutter im Kinderheim und Teilnehmerin des Physiotherapie-Trainings:

Für mich persönlich ist dieses Seminar wie ein Lottogewinn. Dank des Trainingskurses ist die Angst vor der Behandlung von Zerebralparesen bei mir verschwunden, und ich bin begeistert, dass es durch die „Bobath-Therapie“, ich würde es „Spieltherapie“ nennen, möglich ist, die Kinder „aufzuwecken“ und ihnen Bewegung zu ermöglichen.

Prof. Dr. Jarg-Erich Hausamen

Prof. Jarg-Erich Hausamen über die Arbeit von Uplift-Aufwind e.V.

Herzlichen Glückwunsch zu 10 Jahren erfolgreicher und segensreicher Tätigkeit in Kirgistan! Im Rahmen unseres Kirgistan-Projektes zum Aufbau eines medizinischen Behandlungszentrums für Kinder mit Gesichtsfehlbildungen bin ich schon früh in Kontakt mit Uplift-Aufwind gekommen und habe ihre Entwicklung und ihre rasch erweiterten Aktivitäten aus eigenem Erleben verfolgen können.

Anfänglich bestand der Kontakt hauptsächlich darin, dass uns von den Mitarbeiterinnen von Uplift-Aufwind bei unseren Einsätzen am Kinderhospital in Bischkek Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten aus verschiedenen Waisenhäusern vorgestellt und für die Operationen perfekt vorbereitet wurden. Daraus ergab sich eine intensive vertrauensvolle Zusammenarbeit und erlaubte mir einen tieferen Einblick in den Geist, die Ziele und die Arbeitsweise von Uplift-Aufwind.

„Meine Hochachtung für den Einsatz der Uplift-Mütter!“

Ich habe zunächst bewundernd die intensiven Bemühungen der Damen von Uplift-Aufwind verfolgt, den behinderten Kindern die trostlose Situation in den Heimen durch persönliche Zuwendung zu verbessern und für sie eine familiäre Atmosphäre zu schaffen. Dadurch konnte bei vielen Kindern die soziale Entwicklung verbessert und eine günstigere Voraussetzung für eine Adoption geschaffen werden. Meine Hochachtung gilt den „Uplift-Müttern“ für ihren persönlichen Einsatz und ihre liebevolle Zuwendung zu „ihren“ Kindern.

„Die Arbeit von Uplift erspart Kindern ein trostloses Leben im Heim“

Weiter hat mich bei Uplift-Aufwind fasziniert, dass ein weiteres zentrales Anliegen realisiert werden konnte, die in Kirgistan nicht selten praktizierte Abschiebung von behinderten Kindern in Waisenhäuser zu reduzieren und den Kindern damit ein trostloses Leben als „Sozialwaisen“ in schlecht ausgestatteten und betreuten Heimen zu ersparen.

„Arbeit von Uplift weithin bekannt und akzeptiert“

So sah ich nicht nur ein sehr erfolgreiches „Mutter-Programm“ in den Heimen, sondern später auch nach Ausweitung der Aktivitäten auf externe Aufgaben mit dem „Präventionsprogramm“, dass durch die praktische Unterstützung der betroffenen Familien von Uplift viele behinderte Kinder bei ihren Familien bleiben und in einer familiären Zuwendung aufwachsen konnten. Inzwischen ist die Arbeit von Uplift in Bischkek, aber auch im Lande, bekannt und akzeptiert.

„Uplift ist schon auf der Entbindungsstation ein wichtiger Anprechpartner“

Entsprechend sind heute die Mitarbeiterinnen schon sehr früh auf den Entbindungsstationen Ansprechpartner von Müttern von behinderten Kindern und können sie beraten und ggf. die Familien unterstützen. So werden uns immer häufiger über Uplift-Aufwind Neugeborene mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten oder werdende Mütter, bei denen im Ultraschall Fehlbildungen der ungeborenen Kinder festgestellt wurden, vorgestellt, sodass wir die Familien frühzeitig über die Behandlung aufklären und ihnen die Sorge um eine gestörte Entwicklung ihres Kindes nehmen können.

Uplift-Arbeit zieht immer weitere Kreise

Inzwischen sehe ich in Uplift-Aufwind weit mehr als ein auf Waisenhäuser konzentriertes Projekt. Uplift gibt medizinische Hilfe für behinderte Kinder, stellt Selbsthilfegruppen zusammen, sorgt für eine Selbstversorgung von armen Familien und organisiert ambulante Behandlungen. Inzwischen ist die Arbeit von Uplift nicht mehr aus Kirgistan wegzudenken, im Gegenteil, es gibt eine intensive Zusammenarbeit mit den zuständigen staatlichen Stellen. Durch den vorbildlichen lebensnahen Umgang mit bedürftigen Kindern und ihren Familien wirkt Uplift-Aufwind als Katalysator für ein Umdenken, sodass zunehmend auch dieser Zielgruppe eine bessere Zuwendung und soziale Entwicklung zu Teil wird. Ich wünsche Uplift-Aufwind nach den ersten 10 Jahren weiterhin eine sehr erfolgreiche und segensreiche Tätigkeit in Kirgistan, und dass dieses beispielhaftes Projekt auch in anderen armen Ländern Eingang findet. Weiter wünsche ich Uplift-Aufwind viele Unterstützer.

  • Prof. Dr. Dr. Jarg-Erich Hausamen
  • Emeritierter Professor der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie Hannover
  • Zusammenarbeit mit Uplift seit 2007
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