Der Wissensdurst der Kinder ist unser Antrieb

Kinder im Klassenraum

Lernen und Bilden

Lernen und Bildung ist bei Uplift von zentraler Bedeutung. In der Regel lernen Erwachsene dabei besondere Fertigkeiten, damit sie bedürftige Kinder besser fördern können.


In diesem Programm ist es anders. Hier lernen die Kinder selbst und zwar fürs Leben. Denn nicht überall gibt es in Kirgistan für bedürftige Kinder Möglichkeiten zur Beschulung. Das gilt unabhängig davon, ob sie im Heim oder in der Familie leben. Die Gründe dafür sind vielfältig: Die Transportwege können zu lang oder nicht ausgebaut sein, es gibt keine passenden Schulen oder man traut es den Kindern einfach nicht zu, dass sie trotz ihrer Einschränkung etwas lernen können.


Im Jahr 2014 haben wir die erste Lerngruppe in einem Heim in der Nähe der Hauptstadt eingerichtet, in dem Kinder zuvor nicht beschult wurden. Im gleichen Jahr organisierten wir die nächste Lerngruppe in Tokmok, hier für Kinder aus unserer Selbsthilfegruppe, die bei ihren Eltern leben, aber keine geeignete Förderung fanden.


Diese Lerngruppen waren schnell erfolgreich, so dass sie bereits in andere Heime und Regionen übertragen wurden. Der Wissendurst der Kinder überzeugte auch die Bürokratie: Alle Kinder können etwas lernen, und sie haben das Recht auf Bildung, jedes auf seine Art und jedes für seinen Weg.


Eine Uplift-Lehrerin berichtet:
„Ich bin Lehrerin und selbst Mutter von zwei körperbehinderten Kindern. Mit Bildung sieht es sehr schlecht für diese Kinder aus. Es gibt weder Transportmöglichkeiten noch passende Schulen in der Umgebung. So habe ich meine Kinder eben selbst beschult und mir alles passend gemacht: den Lernstoff, das Lerntempo und die nötige Disziplin für meine Kinder und für mich. Als Uplift nach einer Lehrerin für Heimkinder gesucht hat, habe ich mich angesprochen gefühlt, denn warum sollten diese Kinder nicht lernen? Das ist doch ein Menschenrecht, und gerade diese Kinder müssen lesen, schreiben und rechnen können, damit sie am Leben teilhaben können. Die neuen Medien und das Internet eröffnen ihnen ganz neue Welten, auch wenn sie im Abseits sind. Es geht hier um Teilhabe.


Meine Schüler sind wissbegierig, lernen gerne, und wir haben Erfolg. Nicht in Chemie und Physik. Natürlich nicht.


Ich habe es aber geschafft, sie zu alphabetisieren, und die Grundrechenarten nehmen sie auch mit. Ein Junge lernt Englisch. Das macht er eigenständig im Internet, da kann ich nämlich nicht helfen.


Alle zwei Monate fahren wir nach Bischkek und lernen im Museum. Diese Exkursion erwarten die Kinder immer voller Ungeduld, daran haben sie besonderen Spaß. So lernen sie die Welt kennen und ihre Hauptstadt. Nach dem Museumstag werden die Kinder anschließend von einer sehr freundlichen Unternehmerin in deren Restaurant zum Essen eingeladen. Sie bestellen dann nach Herzenslust à la carte. Die Karte können sie ja lesen.“

 

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